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Roter geometrischer Header mit dem Text: Newsletter: Digital Gender Gap, Schwerpunkt 2026: Künstliche Intelligenz. Dazu ein Logo der Initiative D21
Hallo Florian Hinze,

Künstliche Intelligenz (KI) verändert, wer im Arbeitsmarkt sichtbar, produktiv und wettbewerbsfähig ist. Ob Frauen an dieser Dynamik gleichberechtigt teilhaben oder strukturell ins Hintertreffen geraten, ist daher eine zentrale Gleichstellungsfrage unserer Zeit. Antworten darauf liefert unsere heute veröffentlichte Studie „Digital Gender Gap – Schwerpunkt 2026: Künstliche Intelligenz“, die die geschlechtsspezifische Kluft bei der Nutzung von KI untersucht, den sogenannten Gender AI Gap. 
Cover der Studie

Das Ergebnis: Frauen im erwerbsfähigen Alter nutzen KI-Anwendungen seltener und weniger intensiv als Männer – und dieser Unterschied ist ausgerechnet bei der jüngeren Generation besonders ausgeprägt. Die Studie zeigt, welche Faktoren dabei den Ausschlag geben: Bildungsstand, Einkommen und betriebliche Rahmenbedingungen entscheiden maßgeblich darüber, wer den Anschluss hält und wer zurückbleibt. Besonders wirksam, um diese Nutzungslücke zu schließen, sind arbeitgeberfinanzierte Weiterbildungsangebote und eine gelebte digitale Innovationskultur in Unternehmen. Auf dieser Grundlage formuliert die Studie konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft, um eine gerechte technologische Transformation ohne strukturelle Benachteiligungen zu gestalten.

Die Studie ist ein Kooperationsprojekt der Initiative D21 und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Ergebnisse basieren auf einer Sonderauswertung der Studie D21-Digital-Index 2024/25. 

Zentrale Ergebnisse der Studie im Überblick
  • Frauen nutzen KI seltener als Männer. Selbst wenn Unterschiede in Soziodemografie, Beruf und Betrieb sowie Einstellungen und Kompetenzen berücksichtigt werden, bleibt ein Gender AI Gap von 8 Prozentpunkten.
  • Bei der Generation Z+ ist der Handlungsdruck am größten, denn: Je jünger, desto größer der Gender Gap bei intensiver KI-Nutzung. Ohne gezielte Intervention droht, dass sich diese Lücke nicht schließt, sondern sich in der nächsten Erwerbsgeneration strukturell verfestigt.
  • Gleichberechtigte KI-Nutzung braucht klaren Mehrwert. Entlastungserwartungen treiben die KI-Nutzung und nivellieren Unterschiede; abstrakte Sorgen mobilisieren Frauen kaum und können den Gender AI Gap sogar vergrößern. 
  • Betriebliche Implementierung ist zentraler Gleichstellungshebel. In Unternehmen, die KI aktiv einsetzen, digitale Anwendungen erproben und entsprechende Weiterbildungsangebote bereitstellen, nutzen Beschäftigte KI deutlich häufiger – sowohl Männer als auch Frauen. Die Bereitstellung digitaler Geräte und Infrastruktur allein reicht dabei nicht aus: Zwar erhöhen digitale Anforderungen im Job die KI-Nutzung insgesamt, schließen den Gap aber nicht. Oft profitieren Männer sogar stärker von solchen Bedingungen.
  • Qualifizierung und Weiterbildung wirkt: Arbeitgeber*innenfinanzierte Weiterbildungen reduzieren den Gender AI Gap für die intensive KI-Nutzung sogar auf nur noch einen Prozentpunkt. Soziales Lernen über Kolleg*innen, Familie oder Freund*innen vergrößert hingegen die Lücke: Männer profitieren hier signifikant, Frauen nicht. Informelle Netzwerke reproduzieren damit bestehende Ungleichheiten und reichen als alleiniger Lernweg schlicht nicht aus. 

Nach den Studien „Digital Gender Gap – Lagebild zu Gender(un)gleichheiten in der digitalisierten Welt“ und „Digitales Leben – Geschlechterunterschiede und Rollenbilder im Privaten, Beruflichen und im Zwischenmenschlichen“ setzt die Initiative D21 also ihre Analyse des Digital Gender Gap fort. Wir wünschen eine angenehme und erkenntnisreiche Lektüre und freuen uns auf die Diskussionen über die Ergebnisse der Studie mit Ihnen – per E-Mail oder in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #GenderAIGap.

Herzliche Grüße
Ihr Team der Initiative D21

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